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„Nature meets Culture“ im Tierpark Weeze

Mitteilung vom 30.11.2018

Auf dem Gelände des Tierparks in Weeze soll ein Umweltbildungs- und Artenschutzpfad entstehen, der den Fokus auf kulturfolgende Säugetiere, Vogelarten und Insekten richten soll

Tierpark Weeze – Daten und Fakten

Der Tierpark Weeze befindet sich auf einer Fläche von 6 ha direkt am Ortsrand von Weeze. Insgesamt leben hier circa 400 Tiere in über 50 verschiedenen Tierarten. Ab 2019 wird die Fläche des Tierparks um knapp 5 ha erweitert.

Schwerpunkt ist die Haltung einheimischer Tierarten und bedrohter Haus- und Nutztierrassen. Aber auch der Streichelzoo und das Insektarium, das 2017 eröffnet wurde, erfreuen sich großer Beliebtheit.

Jährlich besuchen über 100.000 Besucher aus Weeze und der Region den Tierpark. Dass der Eintritt und auch das Parken kostenfrei ist, ist eine Besonderheit des Tierparks.

Artenschutz und Bildung sind zwei der wichtigsten Aufgaben von Tierparks uns Zoos. Daher befindet sich eine Tierparkschule im Aufbau und soll 2019 eröffnet werden. Auch der Artenschutz steht beim Bildungsauftrag des Tierparks ganz oben, unabhängig davon, ob es sich hierbei um die im Tierpark gehaltenen Tiere oder wildlebende Tiere im und in der Umgebung des Tierparks handelt.

Nature meets Culture – Hintergrundinformation

Natur und Kultur sind keine Gegensätze, sondern sehr eng miteinander verwoben. Die gesamte Menschheitsgeschichte zeigt diese markanten Zusammenhänge auf. Lange Zeit war unsere moderne Gesellschaft der festen Überzeugung, dass uns Wissenschaft und Technik immer weiter von der Natur entfernen. Wir waren der festen Überzeugung, dass wir uns von der Natur vermehrt unabhängig machen können und sie in naher Zukunft nicht mehr benötigen.

Doch gerade in der Zeit, in der wir aktuell leben, erkennen wir, dass gerade die Spezies Mensch als fester Bestandteil der Umwelt auf diese „Natur“ angewiesen ist. Umgekehrt konnten auch uns begleitende Lebensformen von dem Wirken des Menschen effektiv profitieren. Es ist somit an der Zeit, multiplikatorisch aufzuzeigen wie durch die „Evolution der Kultur“ ein sichtbarer Beitrag zur Erhaltung der Natur geleistet werden kann. Der Arbeitstitel „Nature meets cultur“ soll diese Zusammenhänge sichtbar werden lassen.

Nature meets Culture – Das Projekt

Auf dem Gelände des Tierparks in Weeze soll ein Umweltbildungs- und Artenschutzpfad entstehen, der den Fokus auf kulturfolgende Säugetiere, Vogelarten und Insekten richten soll. An zentraler Stelle des Parks werden die Besucher über verschiedene Informationshotspots an die uns begleitenden Arten am Beispiel von Fledermäusen, Steinkäuzen und Insekten herangeführt. Dabei werden die Informationsplattformen (bzw. deren Umfeld) mit Habitatstrukturen ausgestattet, welche eine erkennbare Lebensraumaufwertung für die anzusprechenden Arten mit sich bringen. Damit wird den Besuchern und unter diesen besonders der uns nachfolgenden Generation vermittelt, welche Ansprüche die uns begleitenden Arten benötigen und wie auch Lebensräume in urbanen Gegenden in diesem Sinne gestaltet werden können. So soll die Artenvielfalt wieder in unsere Städte und Dörfer zurückgeholt werden.

Die Informationsbereiche sollen so gestaltet werden, dass ein Erlebnispfad entsteht der Lust auf die Entdeckung der Natur macht. Durch die Installation von QR Codes möchten wir den Ansprüchen der Tablet und Smartphone Generation gerecht werden.

Der Pfad führt über den Tierpark, lässt jedoch auch gerade die Zusammenhänge zwischen altem Kulturgut und den Arten, die sich an diesem kulturhistorischen Ort niederließen, sichtbar werden. Schlösser und Burgen boten schon immer eine schaurig – schöne Kulisse. Die Installation hochwertiger Artenschutzmechanismen an einem markanten (bislang jedoch arten-fernen) alten Trafoturm und dessen Umfeld sollen die enge Verbindung des Mensch-Umweltgedankens durchdringen.

Infopfad

Start des Infopfades ist die Veranstaltungswiese im Tierpark Weeze.

Dort entsteht ein großes Insektenhotel für verschiedene Arten Wildbienen sowie eine Wildblumenwiese. Drei hochwertige Informationstafeln ergänzen diesen Bereich und informieren die Besucher über Wildbienen und ihre Aufgaben.

Von der Veranstaltungswiese und den Wildbienen geht es durch die Unterführung der B9 hindurch zum Fledermauspfad.

Dieser umfasst insgesamt vier Stationen und beginnt an der Erweiterungsfläche des Tierparks.

Station 1: Infotafel zu den in Deutschland lebenden Fledermausarten

Station 2: (erreichbar durch das Sikagehege, unterhalb der Scheune): Infotafeln: Überwinterung der Fledermaus & Jahreskreislauf der Fledermaus

Des Weiteren wird im Bereich der Station 2 auch eine Hängestation für Kinder in Form eines Spielgerätes errichtet. Dort können die Kinder dann „hängen wie eine Fledermaus“.

Station 3: (erreichbar durch die Scheune oder von Station 1 über den Naturlehrpfad): Infotafeln: Fledermäusen auf der Spur & Drehtafeln für Kinder mit verschiedenen Informationen

Station 4: (befindet sich auf direktem Weg zum Trafoturm): Infotafel: Welche Fledermaus fliegt denn hier?

Nach der 4. Station kommt der Besucher zum Trafoturm. Dieser wird im ersten Schritt des Projekts von außen gestaltet. Auf den vorhandenen Klinker sollen großformatige Zeichnungen der Fledermäuse entstehen.

Für diesen ersten Projektbaustein stehen insgesamt 60.000 € zur Verfügung.

Die Deutsche Postcode Lotterie hat hierfür 50.000 € zur Verfügung gestellt, vertreten durch Geschäftsführerin Annemiek Hoogenboom, Referentin für Projektförderung Conny Michels und Pressevertreterin Sabine Haeßler. Die Audi Stiftung für Umwelt wird vertreten durch Frau Wiebke Thünnesen. Der Artenschutz Franken koordiniert dieses Projekt in Zusammenarbeit mit dem Tierpark Weeze. Die Westnetz AG ist am Anschluss des Trafoturms an das Stromnetz beteiligt.

Die Audi Stiftung für Umwelt engagiert sich als langjähriger Partner des Artenschutzes in Franken auch bei dem Trafoturm in Weeze.

Die Umsetzung dieses Projektbausteins soll bis zum Sommer 2019 abgeschlossen sein.

In zwei weiteren Schritten soll der Trafoturm weiter ausgebaut werden. Der Innenausbau soll im zweiten Schritt erfolgen, so dass der Turm auch von innen für Besucher erlebbar wird. Auch für dieses Projekt wurden von der Deutschen Postcode Lotterie bereits 50.000 € bewilligt.

Der Förderantrag für den dritten Projektbaustein mit dem Titel „Nature meets technology“ ist bei der Deutschen Postcode Lotterie gestellt worden. Sollte es auch hier eine Förderung geben, würde die im Trafoturm angebrachten Nistkästen (nicht nur für Fledermäuse, sondern auch für Greifvögel und Eulen) mit Kameras versehen, so dass der Besucher auf einem Bildschirm das Geschehen beobachten kann.