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Historischer Rundweg - Tafel 17

Katholische Kirche Heilig Kreuz

Das Gotteshaus, ein dreischiffiger gotischer Backsteinbau mit überhöhtem Mittelschiff, Querhaus und dreiseitigem Chorschluss, wurde 1896 feierlich eingeweiht.

Vorgängerbauten

Die Ortschaft Wemb (Schreibweisen: Wembde, Winden, Wimme, Wemm, Wem, Weymde) wird erstmals 1345 genannt. Sie gehörte nach einem alten Heberegister von 1397 mit den Bauernschaften Vornick, Boekhöltchen (zum Teil), Hoest, Rottum, Vorselaer, Wissen, Keylaer, Am Bruch, Steeg, Baal, Ober- und Niederhelsum und dem Dorf Weeze zum Gerichtsbezirk und Pfarrsprengel Weeze im Amt Goch. In Wemb war eine kleine Kapelle vorhanden, die im 16. Jahrhundert als Kreuzerhöhungskapelle erwähnt wird. Ab 1714 stellte der Weezer Pfarrer das baufällige Gotteshaus wieder her, obgleich die Regierung zu Kleve sowohl die Renovierung als auch die Ausübung des Gottesdienstes untersagt hatte. Erst 1723 konnte die Seelsorge durch einen Franziskanerpater, wahrscheinlich vom Kloster Marienwasser bei Weeze, wieder aufgenommen werden. 1804 wurde Wemb zusammen mit Hees und Baal zur selbständigen Pfarrei erhoben. Der erste Pfarrer war Johann Lüskens, letzter Prior des Klosters Marienwasser, das 1802 bei der Säkularisation durch die Franzosen aufgehoben wurde.

Neubau

1862 wurde der Kirchturm von einem Blitzschlag getroffen. Kirche und Orgel wurden dabei schwer beschädigt und notdürftig repariert.

Da das Gotteshaus für die wachsende Gemeinde zu klein geworden war, wurde der Neubau in Angriff genommen. 1889 schuf man zunächst einen unzureichenden Erweiterungsbau. Zahlreiche Spendengelder ermöglichten schließlich einen neuen Entwurf der renommierten Kölner Architekten Rüdell und Odenthal. Die alte Kirche von 1806 und der Erweiterungsbau wurden schließlich abgerissen und 1895/1896 ein dreischiffiger gotischer Backsteinbau mit überhöhtem Mittelschiff, Querhaus und dreiseitigem Chorschluss erstellt. Am 12. November 1896 wurde die Kirche feierlich eingeweiht.

Ausstattung

Die prächtig geschnitzte Kanzel sowie die Monstranz stammen aus der Kirche des ehemaligen Klosters Marienwasser.

Der Hochaltar mit der Thematik der Passion Christi und der Botschaft vom Kreuz wurde 1897 in der Werkstatt von Ferdinand Langenberg in Goch hergestellt. Seine Tafelbilder, die „Thronende Madonna mit Kind“ und der „Heilige Josef“ malte der gebürtige Weezer Künstler Gerhard Schoofs im Jahr 1908. Die beiden rückseitigen Tafelbilder „Mannalese“ und der „Moses, der aus dem Felsen Wasser schlägt“, schuf der Klever Gerhard Lamers.

Die prachtvollen Tabernakeltüren wurden 1897 in der Kevelaerer Goldschmiede von Franz-Wilhelm van den Wyenbergh erstellt.

Der Marienaltar wurde 1909 von dem Gelderner Holzbildhauer Jacob Ophey gefertigt. Die Schnitzerei Müller aus Brühl stellte im Jahr 2004 den im Krieg zerstörten Herz-Jesu-Altar nach dem Vorbild des Marienaltars neu her. Die Holzskulptur des heiligen Josef mit Säge und Hobel an der nördlichen Kirchenwand kann Ferdinand Dierker aus Kevelaer zugeschrieben werden

Die Fenster des Chorraumes entwarf der Glasmaler Richtstätter im Jahr 1955. Sie zeigen in der Mitte die Hand Gottes, darunter die Kreuzigung und Auferstehung, links die alttestamentalischen Hinweise auf das Kreuzesopfer und rechts die Früchte des Kreuzesopfers: Vergebung der Sünden, Erweckung von den Toten und Heilung von Gebrechen. Die Fenster im Seitenschiff, entworfen vom Weezer Künstler Mennekes, stellen die Symbole der Sakramente dar.

Zusammenschluss

Seit dem Zusammenschluss der Katholischen Pfarrgemeinden Weeze und Wemb im Jahr 2005 ist Heilig Kreuz eine Filialkirche von „St. Cyriakus in Weeze“.

Blick in den Altarraum von Heilig Kreuz

Blick in den Altarraum von Heilig Kreuz

Ferdinand Langenberg: Der aufgeklappte Hochaltar von Heilig Kreuz, 1897

Ferdinand Langenberg: Der aufgeklappte Hochaltar von Heilig Kreuz, 1897

Franz Wilhelm van den Wyenbergh: Tabernakel im Hochaltar, 1897

Franz Wilhelm van den Wyenbergh: Tabernakel im Hochaltar, 1897

Die Kanzel (1620) stammt aus dem Kloster Marienwasser, das im Jahr 1802 säkularisiert wurde

Die Kanzel (1620) stammt aus dem Kloster Marienwasser, das im Jahr 1802 säkularisiert wurde

Historisches Triumphkreuz in Heilig Kreuz

Historisches Triumphkreuz in Heilig Kreuz