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Ehemaliger Trafoturm Weeze

„Nature Meets Culture and Technology - Natur trifft auf Kultur und Technik“ - Stele der Biodiversität/Attraktion im Tierpark

Mitteilung vom 05.10.2021

Artenschutzzentrum

Bereits vor dem Jahre 2015 fanden die ersten Überlegungen zur Nachfolgenutzung des imposanten, ehemaligen Trafoturmes auf Hertefeld in Weeze statt.

Am 05. Oktober war es nach langer Vorbereitungs- und Umsetzungszeit soweit. Das Artenschutzzentrum Weeze wurde eröffnet, der Öffentlichkeit vor- und zur Verfügung gestellt.

Bürgermeister Georg Koenen konnte den Vertreter des Hauptförderers, die Deutsche Postcode Lotterie, Herrn Sascha Oliver Maas, den Projektkoordinator Trafotürme der Westnetz/RWE Michael Sonfeld sowie zahlreiche Vertreter der Projektbeteiligten und Gäste begrüßen.

Durch die aufgegebene technische Installation des Gebäudes wären diese abzutragen gewesen, da dessen Nutzung auslief. Nicht nur diese Turmstation sollte jedoch als Zeitzeugnis und „Stele der Biodiversität®“ erhalten bleiben und gleichzeitig einer öffentlichen Nutzung zugeführt werden. Hier nun kam eine wegweisende Kooperation mit Artenschutz Franken® zum Tragen.

Der Projektorganisator Thomas Artur Köhler stattete dem Standort in Weeze im Jahre 2015 einen Besuch ab und konnte die Bedeutung des Bauwerks und des Umgriffs, im Sinne des Artenschutz- und Umweltbildungsgedankens sofort erkennen. Seit dieser Zeit wurde gemeinschaftlich intensiv an der weiterführenden Entwicklung des Projektes sowie des Standortes gearbeitet.

 

Natur trifft auf Technik

Die Darstellung der alten Nutzung des ehemaligen Trafohauses als industrielles Zeitzeugnis sowie die Erschließung des vormals artenfernen Baukörpers zur Erhaltung der Artenvielfalt, mit dem Titel „Nature meets Culture“, war das gemeinsam gefasste Ziel. Dennoch benötigte es eine geraume Zeit der Vorbereitung und Umsetzung, die jetzt erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Zusammen mit dem Ansatz, „Der Wildbiene“ eine öffentlich zunehmende Aufmerksamkeit zu bescheren, sowie auch anderen (bedrohten) Tierarten, wie beispielgebend der Zauneidechse wertvollen Lebensraum zu verschaffen, wurde der Wildbienen- Fledermauspfad und die Reptilienstation als innovatives Projekt entwickelt.

Eröffnung Artenschutzzentrum

Mit Bildwänden und interaktiven Stationen am Wegesrand, aus dem Tierpark heraus bis zum Trafoturm, sowie die Nutzung des Trafoturmes im Erdgeschoss als Schauraum und Objekt, an dem Fledermausquartiere und Vogelnisthilfen bewusst (nature meets technology) fixiert wurden, konnte ein abwechslungsreicher Pfad entwickelt werden.

Darüber hinaus wurde der ehemalige Trafostand im Außenbereich des Turms als optimierter Eidechsenlebensraum hergestellt. Mit einem umlaufenden Zaun vor menschlichen Störungen gesichert, sowie im Flächenkern mit einem Reptilien-Prädatorenschutz gegen natürliche Fressfeinde geschützt. Mit Steinen-, Substrat- und Totholzzonen wurde ein potentielles, wertvolles Refugium zur Entwicklung einer Zauneidechsenpopulationen und deren Begleitarten geschaffen. Infoeinheiten, angebracht an der Geländeumfassung, stellen „Die Zauneidechse“ im Detail vor.

In wochenlanger Arbeit wurde durch Michael Horn und Carsten Reckziegel der Turm außen und innen bemalt. Herrliche Tiermotive heimischer Arten wurden originalgetreu in die Landschaft hineinprojiziert. Die belebte Wasserwelt, Ein Blick ins Erdreich hinein, Der Wald und Die Nierslandschaft entstanden so bildhaft mit Flora und Fauna, sowie einer Ansicht des Hauses Hertefeld und der katholischen Kirche.

Am Turmkörper selbst, sowie im mittelbaren Umfeld wurden Fledermaus- Sommer-Zwischen- und Wochenstubenquartiere montiert. Diese Spezialhabitate konnten zwischenzeitlich anteilig bereits durch die anzusprechenden Arten angenommen werden.

Das Projekt wurde durch eine großzügige Förderung der Deutschen Postcode Lotterie, sowie der Audi Stiftung für Umwelt als auch weiteren Sponsoren, Helfern und Unterstützern finanziert. So stellten die Unternehmen Tiefbau Dicks Weeze Baggerarbeiten und Bodenmaterial sowie Abgrabungsfirmen Teunesen, Welbers und Agrarservice Schmitz Sande, Steine und Transportkapazitäten zur Verfügung.

Viele ehrenamtliche Helfer und Mitarbeiter des Bauhofes der Gemeinde leisteten Hilfe, um trotz Corona bedingter Hemmnisse den Termin der Eröffnung am 05.10.2021 einzuhalten. Beteiligte des Projektes sind die Eigentümerfamilie von Eulenburg zu Hertefeld, die Organisation Artenschutz in Franken®, die allein über 650 an vollkommen ehrenamtlich geleisteten Stunden in die Projektentwicklung einbrachte, die Deutsche Postcode Lotterie, die Audi Stiftung für Umwelt, der frühere Nutzer des Turmes Westnetz (RWE), die gemeinnützige Gesellschaft Tierpark Weeze gGmbH (Betreiber) und die Gemeinde Weeze als Gesellschafter der Tierpark gGmbH.

Die Leiterin des Tierparks führte die Gäste nach der Begrüßung durch den Bürgermeister Georg Koenen über den Pfad zum Trafoturm. Dort begrüßte Sascha Oliver Maas die Gäste. Die Deutsche Postcode Lotterie stellt ein Drittel der Erlöse für wohltätige Zwecke, hier dem Naturschutz und der Umweltbildung, zur Verfügung. So floss eine sechsstellige Summe in das Projekt, das mit Mitteln der Audi Stiftung für Umwelt fünfstellig ergänzt wurde. Ein Vertreter der Westnetz GmbH (Oliver Sauerbach/Michael Sonfeld) ergänzte in seinem Bericht aus dem Projekt „Stele der Biodiversität®“.

(Ulrich Francken)

 

Bildunterschrift: Eröffnung des Artenschutzzentrums in Weeze